In und um Liepe

Liepe liegt am nördlichen Ufer der alten Oder, die heute kein Schiffahrtsge­wässer mehr ist, seit es den Oder-Havel-Kanal gibt. Die Gemarkung Liepe erstreckt sich über die Oder hinweg nach Süden bis zum Schöpfwerk (das den Wasserstand seit der Trockenlegung des Oderbruchs hier reguliert), weswegen im Jahre 2024 die verbindende Brücke gänzlich erneuert wurde. Nördlich oberhalb des langgestreckten Dorfes steigt das Gelände steil und schluchtenreich an bis zu ei­ner schön gewellten Hochebene, der Choriner Endmo­räne. Hier hielten seinerzeit die Gletscher in ih­rer Wanderung inne und brachen ab in das Tal der Oder. Dieses wurde damit zum Urstromtal und demzu­folge später zu einer natürlichen Handelsstraße.

Oberhalb des Dorfes Liepe auf der Höhe der Endmo­räne erstreckt sich eine große Feldmark, durchzogen von Knicks, Buschgruppen und Wäldchen. Markante Landschaftsformen sind der Steinberg (aus dem die Steine der Berliner Schlossbrücke stammen!) und der Pfingstberg (in welchem sich ein altes Hockgrab befunden hatte, dessen Inhalt jetzt im Museum liegt). Kleine Seen liegen darin, zu­rückgelassen von den Gletschern. Umgeben ist die Feldmark von dichten Hochwäldern, Buschwäldern und am Südhang des Plateaus von Akaziengestrüpp. Dichte Nadelholz- und Mischholzwälder liegen im Norden und dichte Eichen und Buchenwälder in Nordosten, die sich zusammen bis in die Schorfheide ziehen. Gepflegt werden diese in einigen Teilen von der früheren Forsthochschule in Eberswalde, die sich heute HNE Hochschule für nachhaltigen Entwicklung nennt.

In der Feldmark zieht allnächtlich das Rotwild seine Fährte. Sauen stecken teils in Knicks und Schilfrändern, teils auch in den umgebenden Busch­wäldern, und suchen nachts die Felder heim. Rehwild hat zahlreiche Reviere im Feld und Gehölz. Kraniche brüten nahebei, Seeadler jagen über dem Land. Kolkraben, Tauben, Reiher, Störche und zahlreiche seltene Vögel geben sich ein Stelldichein. Fuchs, Dachs und Marder, Iltis, Hermelin und Wiesel leben hier. Gelegentlich gelingt es Fasanen, ein Gelege hochzubringen Nach und nach findet sich auch das Rebhuhn wieder ein. Der Hasenbesatz wird von Jahr zu Jahr besser – nur Kaninchen sucht man vergebens. Das Muffelwild verirrt sich niemals hierher, weil es den Kanal im Süden und die Straße von Oderberg nach Angermünde im Osten nicht überwinden will, aber gelegentlich zeigt sich ein Stück Damwild aus den großen Revieren der Schorfheide. Nachts jagen alle Eulen außer dem ausgestorbenen Uhu und alle paar Jahre oder Jahrzehnte verirrt sich, besonders in strengen Wintern, wenn die Oder zugefroren ist, schon mal ein Elch hierher. Seit einigen Jahren vermehren sich auch die Wölfe wieder.

Die Schiffshebewerke in Niederfinow liegen gerade mal einen Kilometer entfernt, und auch das herrliche Kloster Chorin erreicht man mit dem Auto in 25 Minuten, oder durch den Wald auch mit dem Rad oder sogar zu Fuß. Eberswalde (das einen gerade für Kinder höchst eindrucksvollen Zoo aufweist) und Oderberg mit einem Schiffahrtsmuseum) liegen in angenehmer Entfernung. Deshalb und wegen der besonderen Landschaft des Oderbruchs und der Schorfheide findet man in Liepe Gästezimmer und Ferienwohnungen in hinreichender Anzahl.

Die Gemeinde Liepe ist eine amtsangehörige Gemeinde im Amt Britz-Chorin-Oderberg und hat ca. 640 Einwohner. Bürgermeisterin ist seit 2024 Frau Nicole Schwarz. „Die Gemeinde Liepe ist neben handwerklichen Betrieben und einer umfangreichen landwirtschaftlichen Produktion insbesondere in der Weidewirtschaft vor allem in touristischer Sicht bedeutsam. Das einstige Landgut der königlichen Oberförsterei übernahm nach verschiedenen geschichtlichen Phasen und Eigentümern im Jahre 2004 die EJF-Lazarus Gesellschaft und sanierte das Gutsensemble intensiv. 2006 wurde dann der heutige Landhof eröffnet. Immer wieder werden neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen und dem Besucher unterhaltsame Angebote u. a. mit Restaurant, Pension und Festscheune unterbreitet.“ (https://britz-chorin-oderberg.de/amtliches-ortsrecht/gemeinden/liepe-gemeinde)

Liepe hat eine über 750 Jahre alte sehr interessante Geschichte, die sich in Büchern und vor allem in etlichen Einträgen im Internet zum Ort, zu den Angeboten, zu den Bau- und Bodendenkmalen, zum Landhof und zu sonstigen Besonderheiten betrachten lässt.